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Wiener Neustar/dt
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Wiener Neustadt - Geschichte einer 800 Jahre alten Stadt



Gründung durch die Babenberger


Im Jahre 1192 entschloss sich der Babenberger Herzog Leopold V., inmitten der Ebene des südöstlichen Steinfeldes eine stark befestigte Stadt zu gründen. Für den Bau der „Neuenstat“ konnte ein Teil des Lösegeldes des englischen Königs Richard Löwenherz verwendet werden.
Durch Verleihung wichtiger Privilegien gedieh die neue Stadt ausgezeichnet. Schon um das Jahr 1200 wurde mit dem Bau der spätromanischen Pfarrkirche „Zu unserer Lieben Frau“, dem heutigen Wiener Neustädter Dom, begonnen. Noch in der Babenbergerzeit entstand auch die viertürmige Burganlage in der Südostecke der Stadt, die spätere Militärakademie.

Blütezeit unter den Habsburgern

Corvinusbecher Ihre Blütezeit erlebte die Stadt Wiener Neustadt im 15. Jahrhundert, als sie Kaiser Friedrich III. viele Jahrzehnte hindurch als Residenz diente. Hier, in der Neustädter Burg, wurde im Jahre 1459 Friedrichs berühmter Sohn, der spätere Kaiser Maximilian I., geboren. Er fand in der prachtvollen St.-Georgs-Kathedrale der Burg seine letzte Ruhestätte (1519). Im Jahre 1469 erfolgte die Gründung eines Bistums in Wiener Neustadt.

Belagerung und Eroberung durch Matthias Corvinus

Nach fast zweijähriger Belagerung durch die Ungarn musste die ausgezeichnet befestigte und vorbildlich verteidigte Stadt Wiener Neustadt im August 1487 schließlich doch ihre Tore dem ungarischen König Matthias Corvinus und seinen Truppen öffnen. Ein großer, silberner, vergoldeter und mit ungarischem Drahtemail reich verzierter Prunkpokal, der „Corvinusbecher - der Tradition nach ein Geschenk des ritterlichen Ungarnkönigs an die Wiener Neustädter - erinnert heute noch an diese Zeit. Der Corvinusbecher steht heute im Stadtmuseum. Erst im Sommer 1490, also nach dreijähriger ungarischer Besetzung, gelang es dem jungen König Maximilian I. seine Vaterstadt wieder zurückzuerobern.

Im 16. Jahrhundert verlor die Stadt Wiener Neustadt, die nun nicht mehr Residenz war, sehr an Bedeutung. Ihre ursprüngliche Funktion, als Bollwerk gegen den Osten zu dienen, erfüllte die Stadt jedoch auch in der Neuzeit hervorragend und hielt sich tapfer gegen Türken und Kuruzen.

Maria Theresia gründet Militärakademie

Maria Theresia gründet Militärakademie Von größter Bedeutung für die Stadt war der 1751 gefasste Entschluss Maria Theresias, in der kaiserlichen Burg zu Wiener Neustadt ein adeliges Kadettenhaus einzurichten: diese berühmte „Theresianische Militärakademie“, in der 1752 der Unterricht aufgenommen wurde, besteht (von kurzfristigen Unterbrechungen abgesehen) bis zum heutigen Tag. Die Militärakademie ist die einzige Ausbildungsstätte für Offiziere des österreichischen Bundesheeres und damit die älteste Militärakademie der Welt. Seit einigen Jahren hat die MilAk auch die Anerkennung als Fachhochschul-Studiengang für „Militärische Führung“, wodurch die Ausbildung noch weiter aufgewertet wurde.

Das Wiener Neustädter Flugfeld

Im Jahre 1909 ließ die Stadtgemeinde zur Förderung des mechanischen Flugwesens im Norden der Stadt ein Flugfeld anlegen, auf dem bereits 1911 die 1. österreichische Flugwoche abgehalten wurde. Das Wiener Neustädter Flugfeld auf dem Flugpioniere wie Igo Etrich, Karl Illner und Adolf Warchalowski ihre Flugversuche unternahmen war das erste offizielle österreichische Flugfeld.

Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und Wiederaufbau

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 kam es in Wiener Neustadt zu einer Konzentration kriegswichtiger Industrie. Die „Wiener Neustädter Flugzeugwerke“ lieferten 1940 bereits ein Viertel der Gesamtproduktion der Me(Messerschmitt)-109-Jagdflugzeuge und in den Anlagen der etablierten ehemaligen Wiener Neustädter Lokomotivfabrik „Rax-Werken“ wurden nicht nur Lokomotivtender gebaut, sondern hier ist 1943 auch mit der Montage von A-4-Raketen begonnen worden. All dies führte dazu, dass Wiener Neustadt im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig durch Bomben zerstört wurde: rund 50.000 Bomben legten die alte Babenbergerstadt in Schutt und Asche.
Ehe mit dem Wiederaufbau begonnen werden konnte, mussten tausende Tonnen Schutt aus der Stadt entfernt werden: 1946 rief die Stadtverwaltung die Bevölkerung zum freiwilligen Arbeitseinsatz auf. Diesem Aufruf zur Schutträumung wurde ohne Ausnahme Folge geleistet. Als im  Jahre 1955 Österreich durch den Staatsvertrag seine Freiheit wiedererlangt und die Besatzungstruppen das Land verlassen hatten, war auch der Wiederaufbau der am schwersten zerstörten Stadt Österreichs zum größten Teil abgeschlossen. Einer gedeihlichen Entwicklung Wiener Neustadts zum unbestrittenen Mittelpunkt des südöstlichen Niederösterreich stand nun nichts mehr im Wege.

Wiener Neustadt heute

Mit mehr als 40.000 Einwohnern präsentiert sich Wiener Neustadt heute als Mittelpunkt des südöstlichen Niederösterreich sowie als Stadt mit wichtigen Funktionen für Industrie, Handel und Forschung. Die Attraktivität der Stadt zeigt sich nicht zuletzt auch dadurch, dass bei der Volkszählung 2001 ein Einwohner-Plus von mehr als 7 Prozent erzielt werden konnte.

Durch RIZ (Regionales Innovationszentrum), TFZ(Technologie-und Forschungszentrum) und Österreichs erste und größte Fachhochschule für Wirtschaft und Technik mit rund 2.500 Studentinnen und Studenten sowie mit Niederösterreichs größter Veranstaltungshalle „ARENA NOVA“ und mit dem Projekt Business-Park CIVITAS NOVA ist Wiener Neustadt auch eine Stadt mit großen Zukunftsaussichten.

In der Civitas Nova haben sich in den letzten Jahren bereits renommierte Konzerne wie die Österreichischen Lotterien oder die Firma „SOL-Technische Gase“ und „JST“ angesiedelt. Durch die nahezu perfekte Infrastruktur und verkehrstechnische Lage ist das Betriebsansiedlungsgebiet für Firmen aller Art sehr attraktiv.

Wiener Neustadt ist Behördenstadt, Verwaltungsmittelpunkt, Verkehrsknotenpunkt von Eisenbahnen, Autobahnen und Schnellstraßen sowie zweitgrößte Einkaufsstadt des Bundeslandes, ferner größte Schulstadt Niederösterreichs und Garnisonsstadt.

Die „Allzeit Getreue“ hat sich durch gezielte Investitionen in die verschiedensten Bereiche in den letzten Jahrzehnten von einer grauen Industriestadt zu einem modernen Mittelpunkt für das südliche Niederösterreich - und auch das nördliche Burgenland - entwickelt. Die Stadt hegt und pflegt ihre Geschichte, ruht sich aber nicht auf dem Vergangenen aus, sondern hat den Blick immer auf die Zukunft gerichtet, denn gerade hier gilt „Stillstand bedeutet Rückschritt“. So ist Wiener Neustadt heute eine liebens-und lebenswerte Stadt, was sowohl die Gäste als auch die Bewohner der Stadt immer wieder lobend erwähnen.

Europastadt und Partnerstadt von Monheim am Rhein, Desenzano del Garda und Harbin 

Seit 1975 ist Wiener Neustadt auch „Europastadt“, denn die Bestrebungen, einen Beitrag für ein neues Europa zu leisten, wurden bereits damals anerkannt: in diesem Jahr ist über einstimmigen Beschluss des Europarates der Stadt Wiener Neustadt als zehnter Stadt Österreichs die Europafahne zuerkannt worden. Anlässlich eines Festakts zum Nationalfeiertag 1989 wurde der Stadt Wiener Neustadt eine besondere Ehre zuteil: Wiener Neustadt erhielt als erste Stadt Österreichs die Ehrenplakette des Europarates verliehen.

Seit 1971 ist Wiener Neustadt Partnerstadt von Monheim am Rhein (Deutschland). Darüberhinaus ist die Stadt in einer „3-Städte-Freundschaft“ mit der burgenländischen Landeshauptstadt Eisenstadt und der ungarischen Stadt Sopron (Ungarn) freundschaftlich verbunden. Wiener Neustadt ist auch Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft „Neustadt in Europa“, der derzeit 34 „Neustädte“ in Österreich, Deutschland, Ungarn, Tschechien und der Slowakei angehören.

2002 ging Wiener Neustadt eine weitere Städtepartnerschaft ein. In einem Festakt im Neustädter Rathaus wurde Desenzano del Garda (Italien) zur zweiten Partnerstadt der „Allzeit Getreuen“, womit eine Nord-Süd-Achse durch die Partnerstädte Monheim und Desenzano aufgebaut wurde.

2006 wurde eine Partnerschaft mit der Millionenstadt Harbin (China) abgeschlossen, womit die Türen zum fernen Osten geöffnet wurden.