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Wiener Neustar/dt
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soma.verteilenstattvernichten



Die Volkshilfe Niederösterreich betreibt seit Ende Jahres 2006 in Wiener Neustadt, Grazer Strasse 81 einen Sozialmarkt soma als Pilotprojekt. Dieser Markt ist kein Supermarkt im herkömmlichen Sinn, sondern stellt Menschen mit besonders niedrigem Einkommen, die sich oft nur schwer Grundnahrungsmittel leisten können, Waren, die kurz vor dem Ablaufdatum stehen, transportbeschädigte Waren etc., gegen ein geringes Entgelt zur Verfügung.

Das Arbeitsmarktservice (AMS) NÖ und das Land NÖ (Arbeitnehmerförderung) fördern die Lohnkosten der im soma beschäftigten MitarbeiterInnen. Es werden derzeit fünf Transitarbeitskräfte aus der Zielgruppe der Langzeitarbeitslosen und der WiedereinsteigerInnen „job-ready“ für den ersten Arbeitsmarkt gemacht und je nach Bedarf psychologisch begleitet. Ebenfalls sind zwei Schlüsselkräfte beschäftigt.

Die Stadt Wiener Neustadt mit Bgm. Bernhard Müller und StR Gabriele Puschnig unterstützte das Projekt aktiv und stellte eine Subvention von € 40.000,- zur Verfügung. Trotz dieser Förderungen kann der soma nur dann kostendeckend geführt werden, wenn Ehrenamtliche gefunden werden, die den Betrieb durch ihre Mitarbeit unterstützen und Sponsoren finanziell oder materiell zur Seite stehen.

Ehrenamtliche HelferInnen sowie nternehmen, die das Projekt soma mit Waren oder Dienstleistungen unterstützen wollen, wenden sich bitte an die Projektleiterin Mag.Claudia Schörner, Tel: 0676/870026015.


Sozialer Wertstofftransfer

Das Sozial projekt soma verfolgt die Idee des „sozialen Wertstofftransfers“, der Weitergabe von Produktenan Menschen, die ein Nettoeinkommen in der Höhe von maximal € 784,- nachweisen.
Unzählige Unternehmen aus Industrie, Handel und Gewerbe sind weltweit bereit, ihre Überproduktionen, Lagerüberbestände und ähnliche Produkte, die nicht mehr verkauft werden können, aber funktionstüchtig bzw. verzehrbar sind, anstelle einer Entsorgung lieber einer sinnvollen Verwendung durch Bedürftige zuzuführen. Aus emotionaler Sicht erscheinen die eigenen Produkte zumeist für eine Entsorgung ohnehin zu schade und eine Unterstützung bedürftiger Personen als anstrebenswert. Wirtschaftlich gesehen ergibt sich der Vorteil, dass durch die Weitergabe Entsorgungskosten eingespart werden können. Es ist nämlich nicht bekannt, dass die Unternehmen für die Übergabe an Bedürftige einen Kostenbeitrag zahlen müssten. Die Produkte werden beim Unternehmen abgeholt, denn mittlerweile wurde ein kleiner Transporter angekauft.
Ursprünglich stammt die Idee aus den USA, wo ausgehend von einer kleinen Suppenküche in Phoenix immer mehr Lebensmittel gesammelt wurden, die von umliegenden Geschäften und Restaurants weggeworfen wurden. Um diese einwandfreien Produkte für sozial Benachteiligte zugänglich zu machen, wurde 1967 die erste Lebensmittelbank gegründet, welche die gespendeten Produkte an andere soziale Einrichtungen weitergab. Mittlerweile haben sich verschiedene Konzepte jenach Angebot und Nachfrage bzw. den sonstigen Rahmenbedingungen ausgebildet. Die Konzepte berücksichtigen unterschiedliche Zielgruppen, finanzielle und logistische Möglichkeiten, rechtliche Rahmenbedingungen und gesellschaftliche sowie politische Aspekte. Aufgrund der verschiedenen Ausgestaltungen und Entwicklungsgeschichten werden zahlreiche Namen für diese Übergabe von brauchbaren Produkten an Bedürftige verwendet. Im Sinne eines einheitlichen Überbegriffes wird die Weitergabe von Produkten an Bedürftige allgemein als „sozialer Wertstofftransfer“bezeichnet.


Helfen statt entsorgen

In dem Markt können Bedürftige voll verzehrtaugliche Produkte zu einem sehr niedrigen Preis wie in einem normalen Supermarkt kaufen. Die im Sozialmarkt angebotenen Produkte stammen meistaus  Über-oder Fehlproduktionen, Fehlettiketierungen und der gleichen des Handels, der Industrie oder auch der Landwirtschaft.

Ein Sozialmarkt hat aus diesem Grund nie die gesamte Palette eines „normalen“ Supermarktes im Angebot und das wird auch nicht als Ziel angesehen. Er soll vielmehr für Bedürftige die Möglichkeit bieten, einen Teil des Einkaufs zu günstigen Preisen zu erledigen, damit für den Rest der benötigten Produkte bzw. für Betriebskosten u.ä. noch finanzielle Kapazitäten vorhanden sind. Nachdem nie ein vergleichbares Sortiment wie in einem herkömmlichen Supermarkt vorhanden ist und auch Einschränkungen beider Einkaufsberechtigung herrschen, wird ein Sozialmarkt von anderen Geschäften im Allgemeinen auch nicht als Konkurrenz angesehen. Viel mehr werden Waren, die nicht im Sozialmarkt erhältlich sind, verstärkt woanders gekauft, da den Betroffenen mehr Geld zum Ausgeben bleibt.

Nachgefragt werden in erster Linie Grundnahrungsmittel und Hygieneartikel. Schokolade und Süßwaren gelten bei den Kunden als Luxusartikel und werden besonders gerne gekauft.

Bäckereien aus Wiener Neustadt stellen uns täglich Ware zur Verfügung. Darüberhinaus gibt es bereits Kooperationen mit Obstbauern und landwirtschaftlichen Betrieben aus der näheren Umgebung, einem Molkereigroßbetrieb, einer Papierfabrik und einigen Großkonzernen. Die Lieferungen sind unregelmäßig und mengenmäßig sehr unterschiedlich.

Die Preise der angebotenen Waren liegen etwa bei einem Drittel bis zur Hälfte der bei Diskontern üblichen Preise. Wer im Sozialmarkt einkaufen darf, hängt von Grenzen im Bereich des Einkommens an der Armutsgefährdungsschwelle ab. Dadurch werden nicht bestimmte Zielgruppen, wie Mindestpensionisten oder Asylanten, sondern alle Menschen unter einer gewissen Einkommensschwelle erfasst (wie Arbeitslose, Studenten, Migranten, etc.).

Wir achten besonders darauf, nichtmit Profit-Unternehmen in Konkurrenz zu treten. Deshalb wird als Nachweis ein Einkaufspass benötigt. Bereits Ende März 550 Einkaufspässe wurden seit der Eröffnung am 16.12.2006 ausgestellt. Der Einkaufspass berechtigt zu 3 Einkäufen pro Wocheum je € 10,- pro Einkauf, d.h. max. €30,- pro Woche. Aufgrund der großen Zielgruppe mussten diese Regeln eingeführt werden, um Missbrauch (Weiterverkauf der Produkte, Hamstern) zu verhindern. Dazu zählen sowohl der Nachweis der Bedürftigkeit des Betroffenen als auch Beschränkungen in der Höhe des Einkaufes und der abgegebenen Menge pro Produkt. Durchschnittlich kaufen 40 Kunden täglich ein. Der Durchschnittseinkauf beträgt ca. €5,-. Pro Woche kommen ca. 30 bis 40 neue Kunden dazu. Zwei Drittel der Kunden kommen aus Wiener Neustadt, ein Drittel aus den Umlandgemeinden.


Café

In den bereits in Österreich umgesetzten sozialen Supermärkten hat sich gezeigt, dass eine Kombination des Sozialmarktes mit einem kleinen Café von den KundInnen sehrpositiv angenommen wird. So kann nach dem Einkauf geplaudert und Kaffee getrunken werden. Und wenn darüberhinaus Hilfe benötigt wird, findet man entweder bei den anderen Kunden oder bei den Mitarbeitern ein offenes Ohr. Auch in Wiener Neustadt wurde ein Café eingerichtet, welches sehrbeliebt ist. Zusätzlich zu Kaffee und Kuchen wird auch ein Mittagsmenü angeboten, welches für Einkaufspass-InhaberInnen um € 1,50 erhältlich ist. Grundsätzlich steht das Café allen Mensche noffen. Um jedoch den ermäßigten Preis zu erhalten, ist ein Einkaufspass notwendig.

soma WienerNeustadt
Grazer Strasse 81,2700 Wiener Neustadt
Tel: 02622/24035, Fax: 02622/24035-30

Öffnungszeiten Markt
Montag bis Freitag,10 bis 14 Uhr
Samstag, 10 bis 12 Uhr

Öffnungszeiten Café
Montag bis Freitag, 9 bis 14 Uhr
Samstag, 9 bis 12 Uhr